Zwei Downloads sind nötig (und warum)
Eine R-Umgebung einzurichten bedeutet, zwei getrennte Dinge zu installieren:
- R selbst - die Sprache samt Interpreter, heruntergeladen von CRAN (dem Comprehensive R Archive Network) unter cran.r-project.org. Das ist der Teil, der den Code tatsächlich ausführt.
- RStudio Desktop - der Editor, in dem fast alle R schreiben, heruntergeladen von posit.co. Er ist kostenlos und verpackt R in einen richtigen Arbeitsplatz: Skript-Editor, Konsole, Plot-Anzeige, Umgebungsbrowser.
Die Reihenfolge zählt: Zuerst R, dann RStudio. RStudio ist nur eine Hülle um R - ohne darunter installiertes R hat es nichts auszuführen.
Noch etwas, bevor irgendetwas heruntergeladen wird: Die Codeblöcke auf diesen Doku-Seiten sind live, R-Schreiben geht also sofort los, mit oder ohne Installation:
Wer nur den nächsten Lektionen folgen will, ist damit ehrlich gesagt schon versorgt. Diese Seite lohnt sich wieder, sobald R auf dem eigenen Rechner laufen soll.
R unter Windows installieren
- cran.r-project.org aufrufen und Download R for Windows wählen.
- Auf base klicken (der Link heißt "install R for the first time") und den Installer herunterladen - eine Datei wie
R-4.4.1-win.exe. - Den Installer ausführen. Die Voreinstellungen passen bei jedem Schritt; einfach durchklicken und abschließen.
R installiert sich nach C:\Program Files\R\R-<version>\ und legt "R" im Startmenü an. Die Startmenü-Verknüpfung öffnet die nackte R-Konsole - durchaus brauchbar, aber für echte Arbeit empfiehlt sich RStudio (siehe unten).
Wer später Pakete aus dem Quellcode bauen möchte, braucht zusätzlich Rtools (auf derselben CRAN-Seite verlinkt) - fürs Erste aber überspringen, Anfänger benötigen es nicht.
R unter macOS installieren
-
cran.r-project.org aufrufen und Download R for macOS wählen.
-
Das richtige
.pkgfür den Chip wählen - das ist der Schritt, bei dem Fehler passieren:- Apple Silicon (M1, M2, M3, M4): der Installer mit der Beschriftung arm64.
- Intel-Macs: der x86_64-Installer.
Unsicher, welcher Chip verbaut ist? Apple-Menü → Über diesen Mac. Steht in der Chip-Zeile "Apple M-irgendwas", ist arm64 richtig.
-
Das heruntergeladene
.pkgöffnen und durch den Installer klicken.
Danach liegen R.app im Programme-Ordner sowie die Kommandozeilenwerkzeuge R und Rscript bereit. Wer Homebrew nutzt: brew install --cask r funktioniert ebenfalls, aber der CRAN-Installer ist der offiziell unterstützte Weg.
R unter Linux installieren
R liegt in den Repositories jeder großen Distribution:
# Debian / Ubuntu
sudo apt update
sudo apt install r-base
# Fedora
sudo dnf install R
Ein Vorbehalt: Distributions-Repositories hinken manchmal mehrere R-Versionen hinterher. Wer unter Ubuntu die aktuelle Version will: CRAN pflegt ein eigenes apt-Repository - die Anleitung unter "Download R for Linux" auf der CRAN-Seite erklärt das Hinzufügen Schritt für Schritt. Zum Lernen reicht die Distributionsversion völlig.
Die Installation prüfen
Ein Terminal öffnen (unter Windows Eingabeaufforderung oder PowerShell) und ausführen:
R --version
Die Ausgabe sollte etwa so aussehen:
R version 4.4.1 (2024-06-14) -- "Race for Your Life"
Meldet Windows, der Befehl sei unbekannt, funktioniert R trotzdem - es steht nur nicht im PATH. Die schnellste Lösung: einfach RStudio verwenden, das R selbstständig findet. Zwei Befehle kommen mit der Installation: R startet die interaktive Konsole, und Rscript führt Skriptdateien aus - der Unterschied wird wichtig, sobald es ans Ausführen von R-Skripten geht.
RStudio Desktop installieren
- posit.co/download/rstudio-desktop aufrufen (der Hersteller von RStudio hat sich 2022 in Posit umbenannt - gleiches Produkt).
- Den kostenlosen RStudio-Desktop-Installer für das eigene Betriebssystem herunterladen und ausführen.
- RStudio öffnen. Es erkennt die R-Installation automatisch - wenn ein Konsolenbereich mit dem R-Versionsbanner und einem
>-Prompt begrüßt, ist alles verdrahtet.
Zum Feiern das hier am Konsolen-Prompt eintippen:
paste("R", R.version.string, "is ready")
Warum RStudio statt der nackten Konsole? Ein Fenster liefert einen Skript-Editor mit Autovervollständigung, die Konsole, jeden erzeugten Plot, die geladenen Daten und einen Paketmanager. Die Dokumentation hier setzt RStudio nie voraus, aber wenn eine Lektion einen IDE-Shortcut erwähnt, ist RStudio gemeint.
Das erste Paket (optionale Vorschau)
Rs Superkraft ist das Paket-Ökosystem von CRAN. Ein Paket zu installieren ist eine Zeile an der R-Konsole:
install.packages("ggplot2")
Das muss noch nicht ausgeführt werden - die Lektion über Pakete erklärt, was Pakete sind, woher sie kommen und was Installieren von Laden unterscheidet. Wichtig ist nur: Die Tür ist einen Befehl entfernt.
Was bleibt hängen
- R-Installationen bestehen aus zwei Teilen: erst R selbst von CRAN, dann RStudio Desktop von posit.co - in dieser Reihenfolge.
- Windows: der "base"-Installer mit Standardoptionen. macOS: den Installer zum Chip passend wählen (arm64 für Apple Silicon, x86_64 für Intel). Linux:
apt install r-baseoderdnf install R. - Prüfung mit
R --versionim Terminal; RStudio findet R in jedem Fall automatisch. - Jedes Beispiel auf diesen Seiten läuft ohne Installation im Browser.
Als Nächstes: die Wege, R-Code tatsächlich auszuführen - Konsole, Rscript, source() und RStudio.
Häufig gestellte Fragen
Wo lädt man R herunter?
Von CRAN, der offiziellen Heimat von R, unter cran.r-project.org. Betriebssystem auswählen und die neueste Version herunterladen. Von Download-Seiten Dritter ist abzuraten - CRAN ist kostenlos und immer aktuell.
Braucht man sowohl R als auch RStudio?
R wird benötigt - das ist die Sprache selbst. RStudio ist ein Editor, der R ausführt und Konsole, Skript-Editor, Plot-Bereich und Paketmanager in einem Fenster vereint. RStudio enthält R nicht, also zuerst R installieren, dann RStudio. Fast alle schreiben R in RStudio.
Wie prüft man, ob R korrekt installiert wurde?
Ein Terminal öffnen (unter Windows Eingabeaufforderung oder PowerShell) und R --version ausführen. Erscheint eine Versionszeile wie R version 4.4.1, hat die Installation funktioniert. Unter Windows muss eventuell der bin-Ordner von R zum PATH hinzugefügt werden, damit der Befehl gefunden wird.
Welchen R-Installer wählt man auf einem Mac?
Das hängt vom Chip ab. Macs mit Apple Silicon (M1/M2/M3/M4) brauchen das arm64-.pkg; ältere Intel-Macs brauchen den x86_64-Build. Im Zweifel unter dem Apple-Menü → Über diesen Mac nachsehen. CRAN beschriftet beide Installer eindeutig.